An einem verlorenen Montag

und/oder an einem blauen Montag

In Antwerpen und in Doornik (Wallonie) ist der Montag nach der Epiphanie (Dreikönige) der ‚verlorene‘ oder ‚verzworene‘ Montag genannt. Auf französich: le lundi perdu ou parjuré. An diesem Montag werden Würstchen im Blätterteig oder Apfelkugeln gegessen.

Woher die Tradition kommt ist nicht hundert Prozent fest zu stellen. Nach einer plausiblen Hypothese wurden im späten Mittelalter an diesem Montag die neuen Beamten eingeschworen. In einer Lothringer Akte aus dem 13en Jahrhundert ist die Rede von einem ‚lundi parjuré‘ also von einem ‚eingeschworenen Montag‘. Wahrscheinlich wurde der Bevölkerung einen kleinen Imbiss angeboten und wurde nicht gearbeitet.

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Dieses Jahr wurde der verlorenen Montag gefolgt von einem blauen Montag. Bezüglich der Frage woher dieser Ausdruck herkommt, sind Historiker und Linguisten sich auch nicht einig. Sowohl auf Deutsch als auf Niederländisch und English ist es ein Tag an dem wenig(er) gearbeitet wird.

Seit 2005 wird der dritte Montag von Januar als ‚blauer Montag‘ angedeutet, der Tag an dem die Bevölkerung am meisten depressiv ist …. und sich nach Urlaub sehnt. Diese These von einem Englischen Psychologe, ein gewisser Cliff Arnall, wurde eigentlich geschrieben von einem Public Relations Büro im Auftrag von dem Reisveranstalter Sky Travel. ‚Fake news‘ oder ‚alternative Fakten‘ würde man dies heute nennen.


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