Japaner fragen sich, warum es in der Stadt so ruhig ist

Für Japaner und Europäer war Covid-19 damals immer noch ein internes Problem Chinas


An einem kalten, dunklen Montagmorgen im Winter kann ich einer japanischen Touristengruppe mein geliebtes Antwerpen zeigen. Nein, ich spreche kein Japanisch. Die Tour war auf Englisch und meine Hauptaufgabe ist es sicherzustellen, dass meine japanische Kollegin nicht in der Stadt verloren geht. Während des Spaziergangs übersetzt die japanische Reiseleiterin nicht viel von dem, was ich ihr erzähle. Sie liest ihre eigenen Dokumente. Alles, worauf der örtliche Stadtführer hinweist, aber im japanischen Reiseprogramm nicht erwähnt wird, wird höflich abgelehnt. Die Touristen haben für solche Ergänzungen nicht bezahlt und das Programm ist bereits zu voll.

Nach der Tour fragte die Kollegin, warum es in Antwerpen so ruhig sei. Darauf antwortete ich, dass es nur asiatischen Touristen gelingt, Antwerpen an einem kalten und nassen Montagmorgen um 9:30 Uhr zu besuchen - fast mitten in der Nacht. Ein normaler Mensch schläft noch oder trinkt zu Hause seinen Kaffee. Aber die japanische Kollegin wusste genau, was los war. Sie antwortete mit einem kleinen Lächeln, dass es in Europa keine chinesischen Touristen mehr gebe. Jetzt wissen wir warum. Es war vorerst meine letzte Tour für ausländische Touristen.

© AFP/Getty Images


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