Manneken Pis, ein echter ‚Brusseleir‘ oder ‚Ketje‘

Aktualisiert: vor 29 Minuten


Der kleine Jungen der pinkelt wird ‚Manneken Pis‘ genannt und stellt auch ein bisschen den Brüsseler Volkscharakter da. Der (kleine) Mann in der Straße pinkelt auf die Welt und kümmert sich nicht um die große Politik; er hat andere Sorgen. Dieser flämischer Namen lässt sich nicht übersetzen, auch nicht auf Französisch. Da heißt er übrigens ‚Petit Julien‘, weil die ältere Stadtpläne (die es Jahrhunderte her nur auf Altniederländisch gab) einen ‚Juliaans Brunnen‘ erwähnten.


© Mark Baert


Diese Statue auf der Ecke der ‚Stoofstraat‘ in der Altstadt von Brüssel war eigentlich ein Wasserbrunnen für den einfachen ‚Brusseleir‘ (einheimischer Einwohner von Brüssel, eine Specie die langsam verschwindet). Bis weit im neunzehnten Jahrhundert war Brüssel hauptsächlich eine flämischsprachige Stadt. Der Mann in der Straße sprach einen Brabanter Dialekt. Fürst, Adel und führende Elite dagegen sprachen Französisch. Die Volkssprache wurde im Laufe der Zeit gemischt mit vielen französischen Ausdrücken und Wörter. Leider sprechen noch wenige diesen tollen humorvollen Dialekt.

Ein ‚Brusseleir‘ ist das Dialektwort für einen Brüsseler Einwohner. Es kommt vom niederländischem ‚Brusselaar‘, wird aber mit einem französischem ‚air‘ ausgesprochen. Ein ‚Ket‘ oder ‚Ketje‘ (diminutiv) ist ein Brüsseler Jungen oder Kind. Unser Manneken Pis ist also ein echter ‚Ket‘ oder ‚Ketje‘, was auch wieder einen altniederländischen Ursprung hat.

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