Sauerkraut zu Neujahr. Auch in Lüttich.


"Das Sauerkraut am Neujahr soll dem Geldbeutel des kommenden Jahres viel Neuzugang einbringen, sagt man (…….).

Sauerkraut war während vieler Jahrhunderte als milchsauer eingelegtes Weißkraut im Winter die wichtigste Vitaminquelle, wenn es nichts Frisches gab. Anders als bei frischem Gemüse bleibt nämlich der hohe Vitamin-C-Gehalt während der Lagerung erhalten. Auch in der Seefahrt wurde es vor der Entwicklung besserer Konservierungsmethoden ganzjährig als Proviant mitgenommen. Man hatte nämlich im 18. Jahrhundert entdeckt, dass der Verzehr von rohem Sauerkraut die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut verhindert. Wegen des traditionell hohen Sauerkautverzehrs erhielten die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs durch die US-Amerikaner den Spitznamen Krauts.“

Quelle Text und Foto: Wiki-Koch


In Lüttich, die meist ‚deutsche‘ Stadt von Belgien gibt es diese Tradition auch. Sie wurde vermutlich aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz übernommen. Um sicher zu sein dass das Geld das ganze Jahr zur Verfügung steht, legt man eine Münze unter dem Teller oder hält die Münze während der ganze Mahlzeit in der Hand. Dass diese Tradition in Flandern und Brüssel unbekannt ist kann möglicherweise dadurch erklärt werden dass das unabhängige Prinzbistum Lüttich eigentlich nicht zu den Burgundischen und später Habsburgischen Niederländen gehörte, sondern Teil waren vom Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Auch wenn man in Lüttich immer französisch sprach (und natürlich ein eigenen Dialekt hat) war Lüttich historisch mehr auf den deutschen Teil des Reichs orientiert.



Auf französisch heißt Sauerkraut ‚Choucroute‘, in der Alsace ‚Sürkrüt‘. Man erkennt natürlich in diesen Wörter das deutsche Wort Kraut. Und das französische Wort ‚chou‘ bedeutet ‚Kohl‘. Wenn Sie in Belgien im Winter im Restaurant (wenn nicht geschlossen durch Covid) ‚choux de Bruxelles‘ bekommen, dann betrifft es den Rosenkohl, in Brüssel erfunden wie der Name bestätigt.


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